Ein metallischer Glanz im trüben Wasser vor der Küste Sardiniens veränderte das Leben eines Hobbytauchers für immer. Was er zuerst für wertlosen Schrott hielt, entpuppte sich nach genauerer Untersuchung als ein gigantischer Schatz aus zehntausenden Bronzemünzen des 4. Jahrhunderts nach Christus.
Der Fund in den Seegraswiesen von Arzachena
Einfach gesagt: Das war kein gewöhnlicher Tauchgang. Der Entdecker bemerkte in der Nähe der Küste von Arzachena ungewöhnliche metallische Reflexionen. Anstatt den Fund für sich zu behalten, alarmierte er sofort die italienischen Behörden für Unterwasserarchäologie.
Die anschließende Bergung durch Spezialtaucher und die Carabinieri offenbarte das wahre Ausmaß:
- Schätzungsweise 30.000 bis 50.000 Exemplare antiker Bronzemünzen.
- Fast alle Münzen stammen aus der Zeit zwischen 324 und 340 n. Chr.
- Der Erhaltungszustand ist durch den Schutz im Schlamm außergewöhnlich gut.
- Es handelt sich primär um sogenannte Follis, eine damals weit verbreitete Währungseinheit.
💡Meeresbiologe & Unterwasserarchäologe: Die Konservierung in sauerstoffarmem Schlamm unter Seegraswiesen (Posidonia oceanica) verhindert die typische galvanische Korrosion. Solche Funde sind für uns wie eine Zeitkapsel, da sie die Handelsrouten des spätantiken Roms ohne die üblichen Verwitterungsspuren abbilden.
Ein historisches Puzzle aus der Spätantike
Um es ganz offen zu sagen: Solche Mengen findet man nicht alle Tage. Die Experten des Kulturministeriums gehen davon aus, dass die Münzen von einem Schiffswrack stammen könnten, das bisher noch unentdeckt am Meeresgrund liegt.
Interessant ist vor allem die Prägung. Die Münzen zeigen fast alle das Porträt von Konstantin dem Großen oder seinen Familienmitgliedern. Nur ein winziger Bruchteil der Fundstücke weist Beschädigungen auf. Das deutet darauf hin, dass die Ladung kurz nach der Prägung verloren ging. Boom. Ein wirtschaftshistorischer Volltreffer.
1. Fundort: Nordostküste Sardiniens, Mittelmeer.
2. Material: Bronze und minimaler Silberanteil.
3. Kontext: Möglicher Schiffbruch während eines Handelstransports.
4. Status: Die Restaurierung und Zählung dauern aufgrund der Masse noch an.



