In der absoluten Finsternis des Südostpazifiks haben Ozeanographen eine geologische Sensation enthüllt, die unsere Vorstellung von der Erdoberfläche sprengt. Ein gewaltiger Unterwasserberg, der die menschliche Architektur winzig erscheinen lässt, wurde nun erstmals detailliert kartografiert.
Der Koloss im Nazca-Rücken: Zahlen, die schwindelig machen
Das Team des Schmidt Ocean Institute stieß während einer 28-tägigen Expedition auf diesen geologischen Riesen. Ehrlich gesagt, die Ausmaße sind kaum zu fassen: Die Formation ragt stolze 3.109 Meter aus dem Meeresboden empor. Damit ist dieser Berg fast viermal so hoch wie der Burj Khalifa in Dubai, das aktuell höchste Gebäude der Welt.
Die wichtigsten Fakten zur Entdeckung:
- Standort: Der Nazca-Rücken, etwa 1.448 Kilometer westlich der chilenischen Küste.
- Dimension: Mit über 3.100 Metern Höhe übertrifft er sogar den legendären Olymp (2.917 m).
- Typus: Es handelt sich um einen sogenannten Seamount, eine Erhebung, die den Meeresspiegel nicht erreicht.
- Methode: Hochmoderne Kartierung in internationalen Gewässern während einer Forschungsmission.
💡Meeresbiologe: Seamounts wie dieser fungieren als „biologische Autobahnen“. Sie lenken nährstoffreiche Tiefenströmungen nach oben und schaffen so in der ansonsten nährstoffarmen Hochsee Oasen des Lebens, die für das globale Ökosystem unverzichtbar sind.

Ein verstecktes Paradies für seltene Kreaturen
Ganz simpel ausgedrückt: Dieser Berg ist kein toter Steinbrocken, sondern ein pulsierendes Zentrum der Biodiversität. Mit Hilfe des Tauchroboters ROV SuBastian drangen die Forscher in eine Welt vor, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat.
Was die Kameras in der Tiefe fanden:
- Uralte Korallengärten und riesige Schwammkolonien.
- Eine beeindruckende Vielfalt von Rifffischen, Seesternen und Königskrabben.
- Rund 20 potenziell neue Arten, die nun von Taxonomen weltweit analysiert werden.
Meilenstein der Forschung: Das „Spaghetti-Monster“ und seltene Kraken
Der Wahnsinn ist jedoch die filmische Dokumentation seltener Lebewesen. Den Forschern gelangen die ersten Videoaufnahmen eines lebenden Promachoteuthis-Tintenfischs. Bisher kannte die Wissenschaft diese bizarren Kopffüßer nur als tote Exemplare aus Schleppnetzen.
Zudem begegnete das Team dem „Casper-Oktopus“. Dieser weißliche Krake wurde hier zum ersten Mal im Südpazifik gesichtet. Abgerundet wurde die Parade der Kuriositäten durch Siphonophoren der Gattung Bathyphysa, die aufgrund ihres Aussehens treffend als „fliegende Spaghetti-Monster“ bezeichnet werden.
Um es ganz direkt zu sagen: Wir wissen heute vermutlich mehr über die Oberfläche des Mondes als über diese gigantischen Strukturen in unseren eigenen Ozeanen. Jede dieser Expeditionen beweist, wie wenig wir über unseren blauen Planeten eigentlich wissen.
FAQ: Häufige Fragen zur Tiefsee-Entdeckung
Wie hoch ist der neu entdeckte Unterwasserberg im Pazifik?
Der Berg am Nazca-Rücken ist 3.109 Meter hoch. Damit überragt er den Burj Khalifa, das höchste Gebäude der Welt (828 m), um fast das Vierfache und ist höher als der griechische Olymp.
Was ist ein Seamount und warum ist er wichtig?
Ein Seamount ist ein Berg unter Wasser, der nicht bis zur Oberfläche reicht. Er ist wichtig, weil er als Hotspot für Biodiversität dient und Strömungen lenkt, die Nährstoffe für Meereslebewesen nach oben transportieren.
Welche seltenen Tiere wurden bei der Expedition entdeckt?
Wissenschaftler sichteten erstmals einen lebenden Promachoteuthis-Tintenfisch, den seltenen Casper-Oktopus sowie das „fliegende Spaghetti-Monster“ (Bathyphysa). Zudem wurden etwa 20 bisher unbekannte Tierarten registriert.



