NABU rät: Stellt eine Schüssel mit Murmeln in den Garten – es kann Leben retten

NABU rät: Stellt eine Schüssel mit Murmeln in den Garten – es kann Leben retten

Gerade in den heißen Sommermonaten 2026 stehen viele Gartenbesitzer vor einer unsichtbaren Krise direkt vor ihrer Terrassentür. Während wir uns zum Feierabend mit einem Kaltgetränk in den Schatten zurückziehen, kämpfen nützliche Bestäuber wie die Rote Mauerbiene oder die Schwebfliege oft ums nackte Überleben. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) warnt davor, dass herkömmliche Wasserstellen wie tiefe Vogeltränken oder glattwandige Gefäße für Insekten zur tödlichen Falle werden können. Ohne festen Halt an der Oberfläche landen die Tiere im Wasser, können sich nicht mehr befreien und ertrinken innerhalb kürzester Zeit.

Warum gläserne Inseln die Rettung für durstige Bestäuber sind

Insekten benötigen Wasser nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Nestbau und zur Kühlung ihrer Brutstätten. Doch die physikalische Beschaffenheit von Wasser wird für sie oft zum Verhängnis: Die Oberflächenspannung bietet keinen ausreichenden Widerstand für die feinen Beine. Murmeln dienen hier als stabile, rutschfeste Landebahnen, die aus dem Wasser ragen. Laut aktuellen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) haben die extremen Trockenperioden im Frühjahr 2026 dazu geführt, dass natürliche Quellen wie Pfützen oder flache Bachufer in vielen Regionen, etwa in Brandenburg oder dem Rheintal, komplett versiegt sind.

In der Berliner NABU-Zentrale wird betont, dass besonders Wildbienen auf diese künstlichen Hilfen angewiesen sind, da sie im Gegensatz zu Honigbienen oft keine großen Strecken zu weit entfernten Wasserreservoirs zurücklegen können. Die Murmeln im Glas bieten durch ihre Rundungen eine optimale Oberfläche, die selbst bei leichtem Wind stabil bleibt und den Tieren einen sicheren Zugang zum Wasser ermöglicht, ohne dass sie mit ihren Flügeln die Oberfläche berühren müssen.

* Eine flache Schale aus Keramik oder wetterfestem Ton verwenden.

* Handelsübliche Glasmurmeln oder bunte Dekosteine einfüllen.

* Frisches Leitungswasser oder gesammeltes Regenwasser bereitstellen.

Die richtige Technik für eine sichere Insektentränke im Garten

Wer diese lebensrettende Station aufbauen möchte, sollte zuerst die Schale gründlich mit heißem Wasser ausspülen, um Rückstände von Reinigungsmitteln oder Düngern zu vermeiden. Füllen Sie die Murmeln so ein, dass sie den Boden der Schale komplett bedecken und eine unebene, hügelige Landschaft bilden. Beim Eingießen des Wassers ist Fingerspitzengefühl gefragt: Das kühle Nass sollte die Murmeln nur etwa bis zur Hälfte umschließen. Wenn Sie das leise Klackern der Glaskugeln hören, während das Gefäß befüllt wird, achten Sie darauf, dass die oberen Wölbungen der Murmeln trocken bleiben.

Dieser trockene Bereich ist entscheidend, damit Bienen und Wespen den nötigen Grip finden. Es ist ratsam, die Tränke an einem sonnigen, aber windgeschützten Ort zu platzieren, idealerweise in unmittelbarer Nähe von blühenden Stauden wie dem Arznei-Lavendel oder dem Sommerflieder. Da Insekten eine gute Orientierung besitzen, werden sie die Stelle schnell als feste Anlaufstelle in ihrem Flugradius abspeichern.

* Wechseln Sie das Wasser täglich, um die Ausbreitung von Krankheitserregern zu verhindern.

* Reinigen Sie die Murmeln wöchentlich mechanisch von Algen oder Staubbelägen.

* Vermeiden Sie unbedingt die Zugabe von Zucker oder Honig ins Wasser.

Ein kleiner Handgriff mit großer Wirkung für die lokale Artenvielfalt

Diese einfache Maßnahme ist weit mehr als nur ein dekoratives Element auf dem Balkon oder im Vorgarten. Experten des Instituts für Bienenkunde weisen darauf hin, dass durch die flächendeckende Bereitstellung solcher Tränken die Überlebenschancen lokaler Populationen in städtischen Ballungsräumen wie München oder Hamburg signifikant steigen. Wer beobachtet, wie eine erschöpfte Hummel sicher auf einer Murmel landet, die Rüsselspitze ins Wasser taucht und nach kurzem Verweilen kraftvoll wieder abhebt, begreift den unmittelbaren Nutzen dieses Tipps. Besonders in einem Jahr wie 2026, in dem die Biodiversität unter enormem klimatischem Druck steht, zählt jede noch so kleine Wasserstelle als wichtiges Trittsteinbiotop in der urbanen Landschaft.

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