In den Schützengräben moderner Konflikte entscheiden heute oft nicht mehr Menschen, sondern autonome Maschinen über Sieg und Niederlage. Die spanische Legion testet aktuell mit den Aunav-Systemen von EM&E eine neue Generation bewaffneter UGVs, die das Gesicht der Infanterie für immer verändern könnten.
Der Krieg in der Ukraine hat es schmerzhaft bewiesen: Unbemannte Systeme sind kein Science-Fiction-Szenario mehr, sondern bittere Realität. Kürzlich meldete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sogar die erste Einnahme einer russischen Stellung, die ausschließlich durch den kombinierten Einsatz von Luft- und Bodendrohnen gelang. In Spanien zieht das Heer nun nach und forciert die Integration sogenannter UGVs (Unmanned Ground Vehicles) in seine Eliteeinheiten.
Aunav.Link und Aunav.Best: Die neuen Kraftpakete von EM&E

Im Rahmen der taktischen Experimentalkampagne (TEC) auf dem Truppenübungsplatz Álvarez de Sotomayor in Almería zeigt das Unternehmen EM&E (Escribano), was moderne Robotik leisten kann. Besonders im Fokus steht der neue Aunav.Link, der erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde.
Die wichtigsten Merkmale dieser Multimissions-Plattformen auf einen Blick:
- Modulare Bauweise: Die Roboter können je nach Mission mit unterschiedlichen Nutzlasten ausgestattet werden.
- Integrierte Steuerung: Beim Aunav.Link kontrolliert ein einziger Operator sowohl das Fahrzeug als auch die Waffenstation.
- Hohe Mobilität: Dank ihrer kompakten Abmessungen lassen sich die UGVs problemlos in Transportpanzern an die vorderste Front bringen.
- Multifunktionalität: Von der Evakuierung Verletzter bis hin zum Legen von Sprengschläuchen ist alles möglich.
💡Militär-Technologie-Analyst: Die wahre Stärke des Aunav.Link liegt in der Reduzierung der sogenannten „Cognitive Load“. Dass ein einziger Soldat den Roboter und die Guardian Aspis Waffenstation über ein Interface steuert, ist ein massiver taktischer Vorteil gegenüber älteren Systemen, die zwei Bediener erforderten.
Präzision unter Feuer: Die Guardian Aspis Waffenstation
Ehrlich gesagt, ein Roboter ist auf dem Schlachtfeld nur so gut wie seine Fähigkeit, Bedrohungen zu neutralisieren. Bei den aktuellen Tests in Viator bewiesen die Aunav-Modelle ihre Feuerkraft im scharfen Schuss. Ausgestattet mit der fernbedienbaren Waffenstation Guardian Aspis nahmen sie Ziele in bis zu 1.200 Metern Entfernung ins Visier.
Die Ergebnisse der Tests mit dem stabilisierten 7,62 mm Maschinengewehr waren beeindruckend. Selbst in der Bewegung behielten die Roboter ihre Präzision bei. Einfach ausgedrückt: Diese Maschinen können dort wirken, wo es für menschliche Soldaten schlicht zu gefährlich wäre.
Strategische Planung bis 2029
Das spanische Verteidigungsministerium hat den Ernst der Lage erkannt. Im aktuellen Bericht zu den militärischen Kapazitätszielen (OCM) für den Zyklus 2024-2029 sind unbemannte Landsysteme fest als Kernbedarf verankert. Es geht nicht mehr um das „Ob“, sondern nur noch um das „Wie schnell“. Die Legion dient hierbei als Speerspitze, um die Kinderkrankheiten der Technologie unter realen Bedingungen auszumerzen.



