Artemis II: Der schmutzige Fußabdruck unserer Rückkehr zum Mond

Artemis II: Der schmutzige Fußabdruck unserer Rückkehr zum Mond

Die NASA feiert den historischen Erfolg der Artemis II, doch hinter den Kulissen sorgt eine Zahl für Stirnrunzeln. Während die Rakete beim Start scheinbar sauber nur Wasserdampf ausstieß, verursachte die Produktion des Treibstoffs einen gigantischen CO2-Ausstoß von über 2.300 Tonnen.

Mal ganz ehrlich: Weltraumreisen fühlen sich immer wie die ultimative Zukunft an, aber ökologisch gesehen stecken wir noch tief in der Vergangenheit fest. Die Mission, die vier Astronauten für atemberaubende Fotos der Mondrückseite ins All schoss, hinterlässt eine CO2-Bilanz, die man nicht einfach mit ein paar hübschen Bildern wegwischen kann.

Das grüne Paradoxon: Warum Wasserstoff nicht gleich sauber ist

Die Artemis II nutzte für ihren Flug flüssigen Wasserstoff und flüssigen Sauerstoff. Beim eigentlichen Start sieht das fantastisch aus: Es entstehen keine CO2-Abgase, sondern rund 1.285 Tonnen Wasserdampf. Das befeuert die Idee einer emissionsfreien Raumfahrt. Aber hier liegt der Hund begraben.

  • Die Kohlenstoff-Analysten von Greenly schätzen die tatsächlichen Emissionen auf 2.154 bis 2.343 Tonnen CO2-Äquivalent.
  • Diese Belastung entsteht fast vollständig vor dem Start bei der Herstellung des Treibstoffs.
  • Kurz gesagt: Wasserstoff ist nur dann eine Lösung für das Klima, wenn seine Produktion dekarbonisiert wird.
  • Zum Vergleich: Die Emissionen liegen in der gleichen Größenordnung wie bei der Apollo 8 Mission, die damals auf rund 1.979 Tonnen CO2 geschätzt wurde.

💡Luft- und Raumfahrtingenieur: Um echtes „Net-Zero“ im All zu erreichen, muss die Industrie radikal auf grünen Wasserstoff aus Elektrolyse umsteigen. Aktuell stammt der Großteil des Raketentreibstoffs noch aus fossilem Erdgas, was den ökologischen Vorteil der sauberen Verbrennung am Startplatz komplett zunichtemacht.

 

Vier Pioniere und ein Rekordflug ins Ungewisse

Trotz der Klimadebatte bleibt die menschliche Leistung der Crew unbestritten. Es war der erste bemannte Flug um den Mond seit über 50 Jahren. Die Besatzung bestand aus:

1. Christina Koch: Die erste Frau, die zum Mond reiste.

2. Victor Glover: Der erste Afroamerikaner auf einer Mondmission.

3. Jeremy Hansen: Der erste Kanadier und damit der erste Nicht-US-Bürger in diesen fernen Regionen.

4. Reid Wiseman: Der erfahrene Kommandant der Mission.

Gemeinsam legten sie über 690.000 Meilen zurück und entfernten sich weiter von der Erde als jeder Mensch zuvor. Nach 10 Tagen im All landeten sie sicher vor der Küste von San Diego. Boom. Rekord gebrochen.

Der neue Wettlauf: Kolonialisierung vs. Geopolitik

Das ultimative Ziel ist nicht nur der Besuch, sondern die Besiedlung des Erdtrabanten. Die NASA hat einen straffen Zeitplan:

  • 2028: Geplante Landung mit den Missionen Artemis 4 und 5.
  • 2032: Aufbau permanent bewohnter Siedlungen auf der Mondoberfläche.
  • Dieser Plan kollidiert jedoch massiv mit den Ambitionen Chinas.
  • Peking will bereits vor 2030 eigene Astronauten schicken und plant in Kooperation mit Russland eine eigene Basis.

Einfach ausgedrückt: Der Mond wird in den nächsten zehn Jahren zum heißesten Immobilienmarkt des Sonnensystems – und zum politisch am stärksten umkämpften Territorium.

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